Ich war mal Cowboy, jetzt bin ich Buddhist.
Nachdem ich meinen neuen Pass heute abgeholt habe, machte ich mich voller Vorfreude daran, meine nächsten, damit zusammenhängenden Schritte zu planen. Und man sollte annehmen, dass es gar nicht so schwer ist – neuen Pass bei der Bank melden, und bei der Ausländerpolizei. Klingt simpel, ist es aber nicht. Bank ist nicht das Problem, denn da weiß ich ja, wo sie ist. Die Ausländerpolizei hingegen hat es sich wohl zum Ziel gemacht, einmal im Jahr umzuziehen und das allen zu verheimlichen.
Als ich das erste Mal vor Jahren hinmusste, saß sie irgendwo in der Olšanská. Das Gebäude hatte was von meiner alten Schule, die Schlangen waren lang und unübersichtlich. Informationen im Internet gab es keine. Aber das ist auch nicht verwerflich, schließlich war das vor der Jahrtausendwende.
Das nächste Mal durften EU-Bürger irgendwo zwischen Pankrác und Pražského povstáni nach dem Amt suchen, allerdings wusste das damals noch niemand außer die, die in der Olšanská arbeiteten. Aber immerhin war das Haus schöner, der Warteraum übersichtlicher und die Schlangen kurz. Allerdings wusste auch dort niemand, wo man eigentlich so eine schicke Personenkennzahl herkriegt, die man hier für die Rentenversicherung braucht. Kurz (d.h. zwei Jahre) zuvor gabs die noch in Brünn, was einem die Beamten auch gerne mitteilten (allerdings ohne die Info “vor zwei Jahren”). Nur gut, dass wir es besser wussten und nochmal nachfragten – Personenkennzahlen gibt es im Innenministerium auf der Letná, hieß es dann. Also hin auf die Letná (ist auch ein schönes Haus): Personenkennzahlen gibt es seit einem Monat in Pankrác! Aber natürlich nicht auf der Ausländerpolizei (wo man aber immerhin den Antrag abgeben konnte).
Nun also der neueste Versuch, den Pass umzumelden. Immerhin gibt es jetzt schon mal eine Internetseite der Ausländerpolizei, wo auch die Öffnungszeiten draufstehen. Nur sagt einem keiner, wo man den nun hin muss. Im Internet steht Olšanská, aber wenn ich eins weiß, dann, dass es nicht dort ist. Die nette Frau an der Hotline murmelte nämlich irgendwas von Koněvova in ihren (hoffentlich nicht vorhandenen) Bart, ähnlich deutlich und langsam sagte sie auch die Öffnungszeiten, so dass ich einfach mal morgen auf gut Glück mit meinem druckfrischen Pass dorthin radeln werde, um vier Stunden lang Schlange zu stehen und etwas zu tun, bei dem ich mir gar nicht sicher bin, wozu es eigentlich dient.
Und dann… dann kann ich mich an das Werk machen, mir einen neuen und einen internationalen Führerschein zu besorgen.